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  • Philipp Rosendahl

Du lebst in abgestorbenen Welten

Du lebst in abgestorbenen Welten. Du lebst vom Essen, trinkst vom Wein der sterbenden Synapsen. Dein Reich ist das Herz, was du nicht hast, weil du nicht weißt wo es sitzt, dein Wille die Welt der warmen Worte, die du noch nicht kennst. Du spürst wie etwas manchmal an dir nagt, doch hast die Kraft nicht nachzuschauen. Dort sitzt alles, was du liebst und hasst, doch was sollen diese Worte, die ausdrücken was andere fühlen aus Mangel an Geist. Warum wollen die Leute nicht denken? Sie sind dir unterlegen und das Wissen macht dich reich, reich an Überlegenheit und Schritten, die du niemals machen wirst, du jämmerliche lahmende Hyäne, nein, mehr als ein Hausdackel bist du eben nicht. Du strebst nach Erleuchtung, aber nur in der bloßen Theorie, die du dir nicht aneignen willst, denn zwei plus zwei ergibt eben vier und das wird auch so bleiben, jedenfalls bei dir. Das kommt dir gar nicht erst in die Tüte, dass hier jemand käme und behauptet Dinge wären anders als sie sind. Keiner kann das. Keiner. Wirklich niemand. Nichts. Und darin stehst du fest. Das ist das Fundament auf dem du einiges schon bautest und noch bauen wirst, so wie zum Beispiel dieses Haus mit den vier Pfeilern und nein, es waren eben keine fünf. Hier endet deine Welt, am Rand des Fundaments aus nichts außer Gedanken, die es scheinbar nicht mehr gibt. Woanders in der Welt oder in andern Welten. Warum? Wann hat sich denn wer entschlossen nicht mehr so zu denken? Nein, nicht mehr zu denken. „Gott den es nicht gibt, manchmal bräuchte ich dich schon.“ Kleiner Scherz, denkst du dir. Denn wenn jetzt auch noch Gott das Wort ergreifen würde, dann wär es endgültig vorbei. Keine Hoffnung, eigentlich ohnehin nicht. Niemand kann verstehen, was du meinst, wenn du drüber sprichst, deshalb machst du’s lieber nicht. Selbst wenn da jemand nicken würde irgendwo, was soll der machen? Dinge sind wie sie sind. Die Kraft des faktischen ist unerhört, nein unbeweglich, nein ungestört möchtest du sein, das ist doch nicht zu viel verlangt. Einfach nur Ruhe finden, oder? Willst du das? Wer weiß. Sollst du das etwa wissen? Nein. Du doch nicht. Dafür wirst du nicht bezahlt hier. Dass du Dinge weißt, die niemand wissen kann. Na also, einen Hauch des Lebens gibt es doch noch in der unendlichen Weite deiner ungedachten Möglichkeiten. Aber was sollst du schon mit Leben, vor allem deinem Leben? Bis jetzt war das hauptsächlich ein schlechter Witz. Eine undenkbare Farce des Bildes eines Menschen, der du gedenkst zu sein in einer Zukunft, die es gar nicht gibt. Für dich. Witze findest du nicht gut. Sie erinnern dich an die kollektive Einfachheit des menschlichen Gemüts. Nur dein Gemüt, das gibt es nicht. Modell vergriffen irgendwie. Vielleicht auch hinten, irgendwo im Lager oder so, durch den Nebel, vorbei am Glanz, die sperrigen Dinger da, die muss auch mal jemand wegräumen, ja und dann, wenn man die verstaubte Glühbirne an dem Band da zum erleuchten bringt und um die Ecke schaut, den Lappen da leicht lüftet, dann könnte man vielleicht was sehn. Vielleicht auch nicht. Ist auch egal. Da fragt ja sowieso niemand nach. Der Gang ist länger als die Zeit zu leben. Und das Leben ist schon tot. Gestorben in der Zeit des Gangs. Wohin nur?

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